Waldbronner Rathauschef ist entmachtet
Großes Narrentreiben vor dem Rathaus
Der Schultes ist entmachtet und die Narren treiben im Rathaus ihr Unwesen: Am schmutzigen Donnerstag haben sich die Waldbronner Hexen und Narren zusammengetan und das Waldbronner Rathaus gestürmt. Sitzungspräsident Jürgen Becker von der Lyra Reichenbach hat die Hexen pünktlich um 18.11 Uhr ins Amtszimmer geschickt, um Bürgermeister Christian Stalf zu holen. Den Rathausschlüssel an sich pressend, zerren ihn die Hexen vors Rathaus. Hier wartet schon der Sitzungspräsident und zahlreiche Waldbronner Närrinnen und Narren auf den Schultes, um ihm die Leviten zu lesen.
Der Präsident hält ihm sogleich seine zahlreichen Verfehlungen vor („es gibt für uns einiges zu beklagen, drum bin ich hier, ich habe viel zu sagen“). So schimpft er natürlich über die stillgelegte Festhalle („doch nach der Aldi-Nutzung dann, fing die Halle angeblich zu brennen an“). Doch der Schultes kontert beherzt, „die Festhalle, die war mal fein doch dann zog für drei Jahre der Aldi ein und jetzt hat die Gemeinde die finanziellen Qualen, soll doch das Ganze der Aldi bezahlen.“ Doch sichert er auch zu, „Ihr närrisches Volk, ihr werdet sehn, die Festhalle, die wird auch die nächsten hundert Jahre noch stehn“. Auch die Albtherme kriegt vom Sitzungspräsident ihr Fett weg: „Das Wasser isch auch nicht mehr ganz so warm, man merkt halt gleich, die Gemeinde muss spar`n“.
Und auch hier weiß der Bürgermeister zu kontern und hält ein paar gute Ratschläge parat, „Ihr wollt warmes Wasser und entspannte Luft, aber Hallo, das ist doch reiner Luxusduft. Wir haben jetzt das Wellness Sparpaket bei dem jeder Gast freiwillig mitfriert und im Freien steht“. Und natürlich ist immer wieder das liebe Geld ein großes Thema. Sparen, sparen, und nochmal sparen, „Wir wollen fröhlich, schunkeln und singen, im Rathaus hört man´s leise erklingen. Sparmaßnahmen, das Geld ist knapp. Drum macht vielleicht bald das Schwimmbad schlapp? Gespart wird viel, gestrichen auch. Egal, unser Fasching bleibt, so isch der Brauch“, fordert der Sitzungspräsident. Fürs Schwimmbad hat der Schultes gleich einen Vorschlag in petto, „das Schwimmbad, ja, das ist ein Sorgenkind, weil die Betriebskosten wie Raketen sind, aber trotz allem wollen wir es erhalten, vielleicht können es die Waldbronner Narren mal verwalten.“ Abschließend ergreift der entmachtete Bürgermeister nochmal das Wort und wirbt für Verständnis und Vertrauen: „So liebe Narren, ich gebe euch recht, doch nicht alles läuft im Rathaus nur schlecht. Sagt nicht, ich nehm` euch bloß aufs Korn, ein guter Bürgermeister schaut immer nur nach vorn. Lasst uns deshalb ab sofort ackern wie die Pferde, auf dass unser Waldbronner Tanker wieder ein Traumschiff werde. Die See mag noch so rau sein in diesen Tagen, doch ich bitte Euch Vertrauen in Euren Kapitän zu haben“.
Und dann, nach einigem Hin-und-Her-Gerangel, wechselt der Rathausschlüssel doch noch seinen Besitzer, Sitzungspräsident Becker wird Interimsbürgermeister und die Narren ziehen mit viel Getöse und Radau in ihren neuen Amtssitz. Hier geht die Party bis in die Abendstunden. Ein großes Dankeschön geht an alle beteiligten Vereine und insbesondere an die Lyra Fetzer, die im Rathaus für super Stimmung sorgten.
